Mittwoch, 18. Oktober 2017

Der unnütze Blumenstrauß

Warum steht da ein Blumenstrauß?

Ich hab ihn geschenkt bekommen. (Sag ich schon schuldbewusst leise)

Was soll der? Die Blumen durften ja gar nicht. Den kannst Du gleich wegtun, das ist ja wohl Unsinn.
Ausserdem sind Blumen in der Natur schöner weil sie sich da wohlfühlen.





Ich hab ihn versteckt, denn die Blumen können nichts dafür, dass Robert sie in der Vase unnütz und unsinnig finden.
Und weil er kein Verständnis hat, sich nicht in die Idee "Ich schenke der Elisabeth Blumen" hineinversetzten kann, sind die Blumen gefährdet im Müll zu landen!
Nicht ohne zu überlegen, ob sie nun zum Biomüll gehören.

Jetzt stehen sie im Büro und ich frag mich nun selber, warum sie so gar nicht duften.

Oh, dieser Robert!
Was wird wohl seine Frau bekommen statt eines Brautstraußes... irgendwann vielleicht?

Ein Blumenbeet wahrscheinlich!
Neben den Kuhstall voller glücklicher Kühe,  so wünscht er sich das bestimmt!


Donnerstag, 12. Oktober 2017

Im Wald da sind die Wölfe



Wir sind, wann immer Zeit ist, mit Robert im Wald.
Nein, nicht weil wir uns nur noch von Pilzen ernähren.
Aber wenn wir welche finden, nehmen wir sie natürlich mit und verfeinern unsere Sossen und Suppen.

Nun sind im Bayerischen Wald Wölfe, nein, nicht ausgebrochen ... sie wurden wohl mit Absicht befreit....
Aus einem gut gesicherten Gehege, das Robert kennt.
Er war mit uns und auch mit der Schule schon öfter dort.


Unsere Wälder hier sind ein gutes Stück weg von der Gegend in der die Wölfe nun umherlaufen. Leider nur noch drei der Tiere.
Sie sind zum Abschuss freigegeben. Das wäre ein eigener Post ... doch ich erzähl Euch von Robert.

Er geht nun natürlich nicht mehr in den Wald!
Denn das ist ihm jetzt zu gefährlich!
Seit einer Woche keine Chance, dass er mitkommt.

Dann wieder würde er am liebsten die Tiere retten. Denn die Wölfe können ja für gar nix was dafür. Und nun werden sie erschossen, weil ein böser Mensch sie ausgelassen hat.

So lief ein Gespräch ab:
"Robert, wir sind zu weit weg, hier sind die Wölfe nicht!"
"Das weiss keiner!"
"Es ist aber unwahrscheinlich. Und angreifen würden sie uns auch nicht .... die laufen weg und verstecken sich!"

"Oder Mama!
Sie sind so sauer auf uns Menschen, weil wir sie erst ausgerottet haben, dann eingesperrt. Und dann lässt sie jemand frei, sie kennen sich in der Wildnis allein nicht aus ... und die wissen, dass schon drei von ihren Freunde - Wölfen tot sind!
Also sehen sie uns und beschliessen: RACHE ... wir fressen nun drei Menschen und weil wir zu Dritt im Wald sind wird es uns treffen!"

"Ich könnte sie ja beruhigen, ich weiss das. Aber Mama, ich will ja nicht, dass DU Angst kriegst. Also gehen wir nicht in den Wald!"


ENDE

Nun spricht er mit uns nicht mehr über das Thema.
Keine Waldspaziergänge mehr ...
Keine frischen Pilze ....

Tag für Tag hört Robert genau hin was in den  Nachrichten  über die Wölfe erzählt wird.

Freitag, 6. Oktober 2017

Hochzeitseinladung abgelehnt!


Wir waren eingeladen, als ganze Familie ....
Mein Cousin hat geheiratet.

Robert hat zwei Wochen ständig zwischen:    "Ja, ich geh mit!"
und                                                               "Nein, lieber mag ich nicht!"

die Entscheidung geändert.

Fünf Tage vor der Hochzeit musste er sich endgültig entscheiden, denn wenn er zu Hause bleibt brauchen wir jemanden zur Betreuung für ihn.

Seine Überlegungen:

"Wird da Musik sein?" .... "Ja, Robert!"
"Sind mehr wie fünf Leute dabei?" .... "Ja, Robert!"
"Dauert das den ganzen Tag?" .... "Von 11 Uhr vormittags bis zum Ende in der Nacht Robert!"
"Ist seine Mama auch dabei?" ... "Nein, Robert, sie ist krank. Im Standesamt schon aber dann ist die          Tante nicht mehr dabei! Sie schafft so eine Feier nicht mehr!"

"Muss man das essen, was die Brautleute ausgesucht haben?"..... "Ich frag nach, weiss ich nicht!"
"Fährst Du mich heim, wenn ich weg will?" .... "Nein, das geht nicht. Es ist ja weiter weg. Wir bleiben dort!"

Es gab noch mehr solche Fragen.
Ich war dann schon selber irgendwann froh, als ich feststellte, er bleibt zu Hause.

Es gab Musik und Tanz.
Es waren mind. 100 Gäste da ....
Wir waren jederzeit Heimfahrbereit ... und blieben doch bis Mitternacht.
Danke an den "Robert-Sitter" .... an den grossen Bruder Daniel. Er mag nämlich auch "nicht mehr so gern unter die Leut!"
Die Bräutigam-Mama ... meine Tante .... ach ja, die Demenz .... sie hat mich verwechselt und in die Jahre vor 1960 zurückgesetzt.
 Sie ging dann, nach dem Standesamt,  mit ihrer Betreuerin in ihre vertrauten Wohnung.. Sie hat es nicht mehr verstanden, dass der Sohn heiratete.

Das Essen war fein und einer Hochzeit gerecht. Robert hätte nur den Salat gegessen .....

Und so wird es immerwieder sein.
Er spürt selber, dass er lieber nicht zu solchen Festen gehen sollte. Denn das ist zuviel, zu laut, zu unruhig ....
Bisher war er mit, wir sind meistens, wenn es am Schönsten war, nach Hause gefahren.
Ich konnte nicht ganz abschalten, die Hochzeit  geniessen .... Robert fehlte. Ich dachte immerwieder an ihn. Dank Whatsapp bin ich mit Daniel ständig in Verbindung gewesen.....
Einmal ist er ihm weggelaufen, typisch Robert. Daniel nervös. Hat ihn dann aber bald gefunden. Der Fernseher lief mehr als sonst an diesem Tag.

Ich war sehr überrascht, dass er es geschafft hat Robert ins Bett zu bringen.
Das ist schön, eine neue Perspektive.
Und doch bleibt das Gefühlt, dass einer von uns nie ganz bei allen Familienfesten dabei sein wird.
Als er kleiner war ist er mittendrinn dabei gewesen und wir sind öfter viel zu früh gegangen.....
Nun wird es wohl so bleiben, dass Robert nicht mehr mitkommt.
Er schätzt es selber gut ein und sagt:

"Ich denk mal ich spare mir meine Nerven für meine Hochzeit. Wenn ich jetzt immer dabei bin werde ich nervös und so viele Nerven hab ich nicht.
Und Ihr bald auch nimmer, wenn Ihr immer mit mir früher fahren müsst.
Also ich bleibe daheim und das verspreche ich Euch: Bei meiner Hochzeit komme ich mit bis so ungefähr ....
Mama, wann fängt "Mia and me" an? ... Da muss ich dann hier sein!"


Unser Robert mit Autismus ist mit einem Lächeln und mit kleinen Tränchen in Mama-Augen am besten auszuhalten!

Er ist so süss, so lieb .... und kann dann ein Biest werden, wenn er Situationen nicht aushält!


Freitag, 29. September 2017

Überraschung .... Robert beim Autorennen

So hat Robert Klaudia begrüsst.
Momentan seine Art "Grüss Gott" zu sagen.

Dabei nimmt er eine komische Haltung ein .... er hat wohl zu oft Fernseh geschaut und einen bestimmten Film ganz oft ....

Es war ein Tag voller Überraschungen und schönen Stunden.
Klaudia hat ihn uns ermöglicht.

Wir waren mit Robert am Salzburgring


Seine 1.Frage an Franz war: "Wie komm ich da wieder raus?"


Erst hat er behauptet alles riecht zu sehr nach Benzin und laut ist es auch, doch dann wurde Robert immer neugieriger



Franz "in Action"
Robert hat ihm die Daumen gedrückt.




Ab und zu Stopseln in die Ohren. Aber erstaunlicherweise eher selten.




Wir gratulieren!
Formel Vau.... nun weiss ich auch einiges drüber. Vorher war ich total ahnungslos .....



Danke schön Klaudia
Es war schön den Tag mit Euch zu verbringen.
Du bist sooo nett
Das Formel Vau Team auch
Eine einmalige Atmosphäre bei Euch und am Ring.

Die Mehlspeisen von Deiner Mutti waren lecker.
Das Abendessen auch...
Obwohl Robert den ganzen Tag voll dabei war ist er auf der Heimfahrt nicht eingeschlafen. Das war noch nie da.
Er hat erzählt, erzählt und .... beschlossen, dass Du liebe Klaudia, den Franz am besten heiraten solltest.
"Denn dann seid ihr für immer zusammen, und so einen Rennfahrer bekommt man ja nicht alle Tage!"



Mittwoch, 20. September 2017

Für Schwammerln ist es zu kalt


... im Wald.
Hi, das reimt sich.
Die hab ich nur fotografiert weil wir die nicht kennen.
Und wir wollen uns ja nicht vergiften.


Ich hab eine Schlange entdeckt, und Mama hat einen Schrei losgelassen vor Schreck.
Das war sehr lustig.
Der Schrei war lustig, der Schreck von der Mama nicht.
Nun muss es bitte nochmal ein bisschen wärmer werden, denn fünf Grad in der Früh wenn ich zum Bus gehe ist einfach wirklich zu kalt für September.

Wer kennt die Schwammerln, oder Pilze wie manche sagen?
das fragt der Robert

Montag, 18. September 2017

Wie kannst Du mit ihm bloß wie mit einem Menschen reden, Frau Mama!


Meine Frau Mama wieder .... hach ja ....
Redet mit dem Herrn Affen wie mit einem Kind!
Der war aber schon erwachsen.
Und die Mama redet und redet .... und ging näher hin.
Und dann frägt sie ihn, ob sie ein Foto machen darf..... hach ja.

Sie hat einige Fotos gemacht, froh bin ich, dass sie den Blitzer ausgemacht hat.

Aber dann .... hi, hi, hi..... ich hab so gelacht!

Dann hat der Herr Affe der Mama das Handy geklaut.
Schwupps hat er es in seiner Hand gehabt.
Sein Pech war, dass die Gitterstäbe es verkannten haben und
dass die Mama es ihm tatsächlich wieder aus der Hand gerissen hat.
Ja.... gerissen!
Furchtlos schimpft sich und zerrt am Handy.
"Herr damit, das gehört ja nun wirklich mir. Das hätte ich nicht von Dir gedacht, Du Affe!"



Tja, so ist sie meine Mama!
Dann später hat sie auch noch diese Riesenkatze zum fürchterlichen Brüllen gebracht.
Ja, ganz echt.
Wieder redet und redet sie auf das Tier ein.
Aber auch das war doch kein Mensch.
Mama weiss einfach nicht mit Tieren Kontakt aufzunehem!
Sie tut das als ob es Menschen sind!


Ich hab mich chillend an den Felsen gelehnt und nur noch drauf gewartet, dass sie die Kamele oder sonst ein Tier auch noch verrückt macht.
Respekt vor Tieren, Mama! ... das hab ich gesagt zu ihr.

Nein, ich bin nicht frech. auch wenn sie immer sagt, ich bin ihr grosser Fechdachs geworden.
Ich werde halt einfach langsam ein Mann! Ja so ist der Lauf des Lebens.
Und da spricht man dann, also ich, auch anders!

An dem Tag wo wir im  Weissen Zoo   waren war ich genau
16 1/2 Jahre
Das heisst noch ein halbes Jahr dann bin ich 17 !!!
Schade, ich dachte bis gestern, dass ich dann auch wählen darf ....


Nocheinmal ein Foto vom Herrn Affen.
Er war sooo beleidigt, weil die Mama das Handy wieder weggenommen hat.
Und sie wieder als ob er ein Mensch ist:
"Ja, dann schaust mich halt nimmer an. Meins ist meines.... Du brauchst so was nicht!"

Meine Frau Mama ...
mit ihr erleb ich was.

(Diktiert Wort für Wort von Robert. So spricht er!"

Donnerstag, 14. September 2017

Der verschwundene Praktikant




Unbedingt wollte Robert auf der Baustelle mitarbeiten.
Er hat wirklich ganz viel geholfen, sagt der Herr Bodenleger
Ganz dabei war er als der Fließestrich aufgebracht wurde.

Die schweren 25-Kilo-Säcke hat er selber in den Eimer geschüttet und angerührt.
Dann auch aufgebracht.

Begeistert war er als er die Masse mit den Stachelschuhen an den Füssen verteilen durfte.





Doch dann aufeinmal war Robert weg!
Wo ist er?
Der Papa sucht und ruft, kann sich das nicht erklären.
Stille, keine Antwort vom Sohn.




Er hat ihn wiedergefunden.
Nachdem er erst im Keller gesucht hat, im Erdgeschoss.... rund um den Neubau.

Im 1.Stock auf einem trockenen, staubigen Boden lag der Praktikant!



Mit Gehörschutz!
Ganz nach Vorschrift!

Da braucht es keine Worte mehr, oder?
Nur ein Lächeln ... und einen Bodenleger, der froh war, dass der Bub gesund und munter noch da war!